Vorwort zum Helambu & Langtang - aus dem Buch Amazing Helambu, Epsilonmedia


Das Helambugebiet und der Langtang Nationalpark sind als Trekkinggebiete in Nepal bislang wenig populär. Umso ursprünglicher präsentieren sie sich dem Besucher. Wenig ist zu spüren von der hektischen Geschäftigkeit manch anderer Touristenplätze. Strahlende ruhende Gesichter, lachende Kinder, Menschen – trotz ihrer Armut – voller Leben und Freundlichkeit gegenüber Fremden.

Helambu und Langtang bedeuten aber auch eine Vielfalt der Kulturen: buddhistische und hinduistische Dörfer nebeneinander, verschiedene Volksgruppen und unterschiedliche Sozialstrukturen. Einfach zu erkennen an den kleinen täglichen Erlebnissen. Sei es eine rauchende Chetri-Frau auf dem Feld oder ein Lama der dörflichen Gompa. Die Einladung in die fremde Küche, das Kennenlernen und Staunen über die Lebensweise der Menschen sind ein unvergessliches Erlebnis. Dennoch bestimmt, wie in vielen Teilen Nepals, auch hier der Rhythmus der Natur weitgehend das Leben: lange, steile Schulwege, die völlige Abgeschiedenheit einzelner Dörfer, tiefe Täler, mühsam bestellte kleine Felder. Der Mensch muss mit der Natur wirtschaften um zu überleben. Das macht ihn offenbar schicksalsergebener, möglicherweise aber auch zufriedener. Schwer und unbarmherzig präsentiert sich die Natur in dieser Region, zugleich aber auch romantisch und mit einer scheinbar unbefangenen Leichtigkeit. Einen Mittelweg scheint es nicht zu geben.

Umso wichtiger ist der sanfte Tourismus in dieser Region. Er bietet einigen Menschen eine zusätzliche Perspektive und Basis für eine bessere Existenz. Sei es die gastfreundliche Familie, die mit ihrer einfachen Lodge zum Nächtigen einlädt, die Frau vom Teeshop oder der Lama von seiner Gompa. Alle sind um den Fremden bemüht. Es lohnt sich, diesen Menschen zuzuhören, von ihren Ansichten und Gedanken zu profitieren und diese zu achten.
Die Grandiosität der Bergriesen des Everest oder der Annapurnarunde findet hier ihr Pendant in der zuvorkommenden Herzlichkeit und Gastfreundschaft der Menschen. Die Landschaft lebt, der Tourist ist nicht Mittelpunkt, die Menschen sind mit ihrem Alltag beschäftigt, und es ist das Eintauchen in das normale nepalesische Leben, das die Wanderung so interessant macht. Sei es, dass man am frühen Morgen durch das Prasseln des Küchenofens oder das geschäftige Treiben der Hausbewohner geweckt wird, sei es, dass ein Lehrer voller Stolz zu seiner Schulklasse einlädt. Viele haben Zeit für einen Plausch – und so erfährt und erlebt man mehr von dem Leben der Menschen.

Beeindruckt von meinem ersten Besuch folgten einige weitere Reisen in das Gebiet Helambu und Langtang. Jeden Besuch empfand ich trotz ähnlicher Wanderungen als sehr unterschiedlich. Charakteristisch für das Gebiet ist die typische Kombination aus der grandiosen Landschaft, den mannigfaltigen Gerüchen und der oft fremdartigen Geräuschkulisse. Nepal und besonders Helambu und Langtang bieten eine Fülle solcher genussvoller Erlebnisse.